Die sechs Prinzipien der Mediation

Die Prinzipien der Mediation
Die Prinzipien der Mediation

Je nach Strömung werden dem Mediationsverfahren fünf bis sieben Prinzipien zugrunde gelegt. Ich vertrete die Auffassung, dass es sechs Prinzipien der Mediation gibt:

  1. Allparteilichkeit
  2. Informiertheit
  3. Eigenverantwortung
  4. Ergebnisoffenheit
  5. Freiwilligkeit
  6. Vertraulichkeit

Die Allparteilichkeit

Die hier genannten Prinzipien der Mediation unterscheiden sich zunächst einmal darin, dass nicht jedes Prinzip auf alle Beteiligten des Mediationsverfahrens anzuwenden ist. So gilt das Prinzip der Allparteilichkeit nur für den Mediator. Die Medianten vertreten jeweils ihre eigenen Standpunkte und sind als Konfliktbeteiligte selbstverständlich nicht allparteilich. Der Mediator kann seinem Auftrag allerdings nur gerecht werden, wenn er unparteiisch ist.

Die Informiertheit

Auch die Informiertheit spielt für alle Beteiligten eine Rolle. Dieses Prinzip besagt, dass sämtliche für die Mediation wichtigen Informationen ausgetauscht werden. Denn nur so ist ein Mediationsverfahren möglich.

Die Eigenverantwortung

Das Prinzip der Eigenverantwortung findet auf Seiten der Medianten Anwendung. Nur wenn sichergestellt ist, dass sie aufgrund ihrer körperlichen und seelischen Verfassung in der Lage sind, ihre Interessen zu vertreten, können sie an dem Mediationsverfahren teilnehmen.

Die Ergebnisoffenheit

Die Ergebnisoffenheit ist ein Prinzip, das die hinter der Mediation stehende Philosophie aufzeigt. Wer schon eine fertig Lösung für den Konfliktfall im Kopf hat, schafft es kaum, der anderen Konfliktpartei den nötigen Raum zu lassen, in dem eine gemeinsame Lösung entstehen kann. Dieses Prinzip gilt ebenfalls für den Mediator – denn auch auf Seiten des Mediators muss Offenheit für alle nur denkbaren Lösungsoptionen herrschen, um eine für alle Seiten tragfähige Lösung zu erreichen.

Die Freiwilligkeit

Das Prinzip der Freiwilligkeit schließt hier thematisch an: Personen, die etwa nur aufgrund einer Anordnung des Vorgesetzten zur Mediation erscheinen, müssen im Erstgespräch erkennbar selbst davon überzeugt sein, dass das Mediationsverfahren aus ihrer Sicht Sinn macht. Denn bei der Mediation ist ihr Einsatz gefragt und nur wer sich einbringt und Vertrauen in das Verfahren fasst, ist als Mediant in der Lage an Lösungen zu arbeiten.

Die Vertraulichkeit

Die Vertraulichkeit wiederum gilt uneingeschränkt für alle Beteiligten. Welche Form der Abmachung diesbezüglich getroffen wird, hängt von den Wünschen der Medianten ab. Zunächst einmal unterliegt der Mediator einer Schweigepflicht, die vereinfacht gesagt mit der eines Anwalts oder Arztes vergleichbar ist. Die Beteiligten des Mediationsverfahrens können jedoch miteinander vereinbaren, dass sie, etwa bei einem Konfliktfall innerhalb eines Teams, den Vorgesetzten über die Abschlussvereinbarung und die besprochenen Ergebnisse nach Beendigung des Verfahrens informieren.

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